River Ganga Foundation
Zusammensein im Internet-Satsang
15. April 2007


Hallo, guter Nachmittag, oder was immer es ist, wo immer ihr lebt. Es ist Nachmittag hier. Ich kann euch gar nicht sagen, wie glücklich ich bin, euch alle hier zu haben, mit Hilfe dieser erstaunlichen und bemerkenswerten Technologie, durch die wir uns, ohne Rücksicht darauf wo wir leben, versammeln, und über das Geschenk Ramana Maharshis sprechen können. Manchmal scheint es mir ich sollte einen Weg finden, etwas anderes zu sagen als ich es gewöhnlich tue, nur aus dem Grund heraus, das Interesse der Menschen aufrecht zu erhalten. Manchmal erscheint es mir, ich sollte mir eine andere Weise überlegen, oder was mir wirklich erscheint, dass ich womöglich jedes Mal, wenn ich mit euch spreche, einfach dasselbe sage. Wirklich, ich habe so wenig zu sagen. Ramanas Geschenk ist so klein. Es ist so einfach und entbehrt so jeder Kompliziertheit, dass es nahezu unmöglich ist, es aufzublähen, oder neue Wege zu finden, sich ihm zu nähern, oder an ihm neue, interessante und unterhaltsame Aspekte zu finden. Die Tatsache ist, wenn ich etwas Hervorstechendes auswählen sollte, das die Praxis der Selbst-Erforschung charakterisiert, welche durch Ramana auf mich gekommen ist, dann ist es ihre Einfachheit. In Wahrheit ist es ihre Einfachheit, die es so vollständig einfach, als auch so vollkommen schwer macht, sie mitzuteilen. Sie ist unbeschreiblich einfach anzuwenden, und ihre Früchte zu ernten, und es ist über jede Vorstellungskraft hinaus schwer ihre Essenz über die Sprache zu vermitteln.

Letzte Nacht hatten wir in öffentliches Treffen hier in Ojai. Wir veranstalten einmal monatlich ein Treffen in unserer Heimatstadt. Eine Frau, die ich nie zuvor gesehen hatte, kam zu mir hoch, um mit mir zu sprechen, und sie sagte mir, dass es da eine Sache gäbe, die sie interessieren würde. Sie erzählte mir, dass sie ein schlechter Mensch sei. Dass sie gemein zu Menschen wäre, und Menschen ohne Grund schlecht behandle, einfach weil es ihr Spaß mache. Und sie wollte wissen, ob ihr Selbst-Erforschung versperrt oder unerreichbar wäre, aufgrund der Tatsache, dass sie so ein schlechter Mensch sei. In meiner Erfahrung ist das, was uns alle, ohne Ausnahme, mehr als jede andere Sache treibt, der Wunsch, gut zu sein, es richtig zu machen, nicht schlecht zu sein, und es ist diese Anstrengung gut zu sein, die all diesen Horror hervorbringt. Aber, auf alle Fälle wollte sie wissen, ob sie die Tatsache, dass sie so ein schlechter Mensch wäre, davon ausschließt, von Ramana Maharshis Selbst-Erforschung zu profitieren, und ich sagte ihr „Nein.“ Wirklich. Selbst-Erforschung interessiert es nicht, ob du ein Heiliger oder ein Sünder bist. Die Übung der Selbst-Erforschung wird ihre Arbeit machen, egal in welcher Persönlichkeit sie sich entfaltet, oder praktiziert wird. Sie begann zu weinen und rannte fort.

Nun, die Tatsache ist nicht so sehr, dass Selbst-Erforschung für einen Heiligen oder einen Sünder wäre, und dass es egal wäre — es hat einfach nicht die geringste Bedeutung, ob du denkst du bist ein guter oder ein schlechter Mensch. Es gibt absolut keinerlei Bedingung durch Verdienst, worüber so gerne in vielen spirituellen Traditionen geredet wird. Verdienste sind hier ohne Relevanz. Der wichtige Punkt dabei ist die tatsächliche Einfachheit; die vollkommenen Einfachheit, die vollkommene Leichtigkeit und Unfehlbarkeit der Selbst-Erforschung. Die Tatsache ist, dass sie nahezu gar nichts mit spirituellen Dingen zu tun hat, nichts mit gut und böse zu tun hat, sie zu verdienen oder nicht verdient zu haben, sie zu verstehen oder nicht zu verstehen. Die Wahrheit ist, du musst Selbst-Erforschung nicht verstehen, damit sie ihre Arbeit vollbringt. Die Wahrheit ist, du musst keine guten Gründe dafür haben, um glücklich sein zu wollen, damit du glücklich sein darfst. Die Wahrheit ist, dass von dir überhaupt nichts vorausgesetzt wird, damit die Selbst-Erforschung von Ramana Maharshi ihre Aufgabe erfüllt, nichts, außer deiner Bereitschaft sie auszuprobieren, egal was du über sie denkst, oder von ihr verstehst. Oder spirituelle Stadien, oder irgendetwas anderes. Alles was sie erfordert, ist, dass du sie ausprobierst.

Das was du gebeten wirst auszuprobieren ist so einfach und so offensichtlich ohne irgendeine negative Wirkung. Aber es ist schwer zu begreifen, dass wir sie inzwischen nicht alle kennen. Hier sind die Fakten. Der spirituelle oder philosophische Ausgangspunkt von Ramanas Methode der Selbst-Erforschung ist folgender: Das einzige Problem das, wo auch immer, gefunden werden kann, in welchem menschlichen Leben auch immer, oder im menschlichen Leben überhaupt, ist ein Irrglaube darüber was wir sind. Lasst mich dies noch einmal sagen. Das einzige Problem, der einzige Kern der Sache, der Grund für alle Verwirrung, alles Leiden, alles Unglück, alle Wut, allen Streit, allen Hass, und so fort ist; der ausschließliche Grund für all dies im individuellen menschlichen Bewusstsein, und im gossen Rahmen in der Welt der Menschheit, ist ein Irrglaube darüber was wir sind. Wir glauben unsere Leben zu sein, und dieser Glaube ist so tief, so kraftvoll, und so zementiert, dass er uns nicht bewusst ist; wir sehen diesen Glauben nicht, und er ist der Motor der alles antreibt. Und wir sind vollständig und unbewusst überzeugt, dass dabei alles auf dem Spiel steht, so wie sich unsere Leben entfalten; und das ist offensichtlich, wenn ich mein Leben bin, bedeutet es mir sehr viel wie es sich entfaltet. Ich bin es, der entscheidet, ob ich gut oder böse bin, ob ich die richtige oder die falsch Sache tue, ob ich richtig oder falsch wähle, und so fort. Wenn ich mich falsch entscheide, steht mein ureigenes Wesen auf dem Spiel. Ich stehe in diesem Leben auf dem Spiel.

Diese Überzeugung ist unter den menschlichen Wesen sehr weit verbreitet, ganz im Gegensatz zur konstanten gegensätzlichen Augenscheinlichkeit, die wir in unseren tagtäglichen Leben wahrnehmen: dass, egal wie sehr wir eher dies tun wollen, statt dem, wir oft eher das andere tun, das wir nicht tun wollten. Egal wie sehr wir auch diese Gedanken nicht denken wollen, und eher gerne andere Gedanken hätten, denken wir fast ausschließlich diese Gedanken, die wir nicht wollten. Egal wie sehr wir die richtigen Dinge wollten wollen und die Falschen dingen nicht wollten wollen, fahren wir fort die falschen Dinge zu wollen. Es sollte für uns inzwischen offensichtlich sein, dass wir nichts darüber zu bestimmen haben, wie sich unsere Leben entfalten.

Der Glaube „Ich bin meine Leben“ ist unsichtbar; kraftvoll und unsichtbar. Ramana und tatsächliche die meisten spirituellen Traditionen, seitdem es sie gibt, sagen uns das, wenn auch auf verschiedene Weise, was der Grund dafür sein mag, dass wir es nicht begreifen. Sie alles erzählen uns, auf die eine oder andere Art, dass wir nicht unsere Leben sind, dass wir etwas größeres sind, oder mehr, die Quelle von all dem, wir wären Liebe, oder Gott, oder dass wir eher das „große Selbst“ anstatt des „kleinen Selbst“ wären. Sie alle erzählen uns, dass wir nicht unsere Leben sind. Die bemerkenswerte Einsicht von Ramana Maharshi ist also nicht so sehr die Erkenntnis, dass das Problem der Irrglaube ist, wir wären unsere Leben. Die bemerkenswerte Einsicht von Ramana Maharshi ist, dass das einzige, das die Möglichkeit birgt dieses Problem zu lösen, die Wahrheit ist, die Wirklichkeit dessen „was ich bin“. Und das ist die Basis der Selbst-Erforschung: die offensichtliche, logische Einsicht, dass, ist das Problem ein Irrglaube darüber was ich bin, die einzige Lösung die Wahrheit ist. Und weiter noch — was einfach zu erkennen ist, festigt es sich — dass die Wahrheit einfach ist, die Wahrheit ist hier. Die Wahrheit dessen „was ich bin“ ist das einzige was nie abwesend ist. Ich bin hier. Das ist für sicher. Alles andere ist nicht auf diese Art sicher.

So, was uns Ramana sagt, wenn wir unsere Aufmerksamkeit, unsere bewusste persönliche Aufmerksamkeit, direkt auf die Erfahrung „zu sein“ lenken, oder die Gewissheit „dass ich bin“, die Wirklichkeit dessen „was ich bin“, wenn wir dies so oft tun als uns möglich ist, wann immer wir daran denken, wird für alles gesorgt sein; und der Irrglaube, dass ich mein Leben bin, wird, mit der Zeit, schrittweise ausgelöscht werden. In der Abwesenheit dieses Glaubens, wird der Glaube, dass für mich in diesem Leben etwas auf dem Spiel steht, mit verschwinden, wird vergehen. In der Abwesenheit dieses Glaubens, dass für mich in diesem Leben etwas auf dem Spiel steht, enthüllt sich Leben zu dem was es ist: lieblich, schön und einfach. Keine Notwendigkeit gegen die Dinge, die hier geschehen, Krieg zu führen. Keine Notwendigkeit zu versuchen die Dinge richtig zu machen, zu verstehen was richtig wäre, oder zu versuchen das loszuwerden was falsch ist. Keine Notwendigkeit für all das. Für alles ist gesorgt.

Nun spreche ich seit ungefähr einer halben Stunde, und habe immer noch nicht wirklich das gesagt, was ich über die unfehlbare Methode der Selbst-Erforschung sagen will, die Ramanas Geschenk an uns ist. Sie ist zu einfach, um sie in Worte zu fassen. Sie ist zu einfach, um sie auf diese Weise mitzuteilen. Es ist mir wirklich unmöglich, dir zu sagen, was das Wesen dieser Methode ist, spreche ich zu dir. Es ist unmöglich für dich sie zu hören. Obwohl ich unfähig bin sie mitzuteilen, kannst du sie trotzdem „lauschen“, weil sie auf deine direkte Erfahrung verweist. Du weißt, dass du hier bist, und da kann es keinen Zweifel geben, keine Diskussion, keinen Täuschung, keine Infragestellung, über diese Tatsache, dass du hier bist. Das weißt, dass die Wahrheit dessen was du bist sich nie verändert und nie bewegt: sie ist nie abwesend, immer hier. Du weißt das, unabhängig davon ob das persönliche Bewusstsein durch eindrückliche Erfahrungen von Leid, Verwirrung, Unwissenheit, Wut, Lust und Gier gequält werden mag. Und unabhängig davon, ob diese im persönlichen Bewusstsein anwesend sind. Die Wirklichkeit deines Hier-Seins ist unverändert und unberührt von diesen allen; es ist durch sie wirklich nicht betroffen. Du weißt, dass das persönliche Bewusstsein von Erfahrungen der Seligkeit und Größe, Wundersamkeit und Vergnügen, Befriedigung und Klarheit, geschüttelt und bewegt sein mag, und ohne Frage darüber, wie großartig dieses Erfahrungen sein mögen, bist du immer hier: unverändert, unberührt von allen. Du weißt das. Darüber kann es keinen Zweifel geben. Du fehlst nie. Du bist nie abwesend. Wenn du ruhig bist, bist du derselbe. Wenn du von Zorn erfüllt bist, bist du derselbe. Wenn du von Freude und Erstaunen erfüllt bist, bist du derselbe. Du bist derselbe, in diesem Moment, der du warst als du drei Jahre alt warst - und du weißt das. Du weißt das. Diese Erfahrung birgt nicht dieselbe Rauheit und Physikalität wie die anderen Erfahrungen, aber sie ist hier. Unbestreitbar. Dein scheinendes Angesicht. Es ist hier. Und du kannst es sehen. Es braucht nichts, um es zu sehen. Nur dieser Augenblick der Absicht zu schauen und zu sehen. Was bin ich? Wirklich? Wie weiß ich, dass ich bin? Wirklich?

Dieser Augenblick der unbeschreiblichen, unerklärlichen Gewissheit zu sein, er ist das Zielobjekt der Selbst-Erforschung von Ramana Maharshi. Das Versprechen ist, dass dieser Geschmack zu jeder Zeit für die gesamte Menschheit, universell, unbestreitbar, unerklärlich verfügbar ist. Er ist für dich jederzeit verfügbar. Dieser Geschmack ist die Medizin, die die Krankheit des Glaubens, deine Leben zu sein, zerstören wird. Das musst du nicht verstehen. Du brauchst nicht zu verstehen, warum das so ist. Du musst nur willens sein, es zu tun, womit ich meine, dass, wann immer dir die Möglichkeit erscheint, es zu tun, halte einfach für eine Sekunde inne, und sehe, wie es sich anfühlt zu sein. Sehe, wie es sich anfühlt du zu sein, hinter all den Geschichten, hinter all den Erklärungen, den Namen, den Werten. Wie fühlt es sich wirklich an. Einfach für eine Sekunde. Du musst da nicht verweilen. Du kannst da nicht verweilen. Spüre es einfach bewusst mit deiner persönlichen Aufmerksamkeit, mit deinem persönlichen Bewusstsein. Sehe, woher die Aufmerksamkeit und das Bewusstsein kommen. Schmecke es. Schaue danach. Schaue mit all deiner Kraft, um das zu finden, was du bist, und dies selbst, mit der Zeit, zerstört diesen Irrglauben.

Die Konsequenz davon, das Ergebnis davon, ist kein neuer, transformierter, transzendierter Zustand des Seins. Der Zustand des Seins, den du suchst, ist hier; du bist es. So, das Ergebnis davon ist nicht etwas neues, auch wenn neue Dinge kommen und gehen mögen, wie sie es immer taten. Das Ergebnis davon ist die Abwesenheit des Glaubens, dass du dein Leben bist. In der Abwesenheit dieses Glaubens dein Leben zu sein, das verspreche ich dir von Herzen, wirst du entdecken, dass Leben lieblicher ist als du je geglaubt hast, genau so wie es ist. Nichts verändert. Genau so wie es ist. Dass Leben alles ist, was du je wolltest, genau so, wie es ist. Dass Leben kein Leiden ist, genau so, wie es ist. Und der Impuls dagegen zu kämpfen, es zu verändern, es zu zerstören, Ego zu zerstören, den Verstand zu korrigieren, deine Fehlbarkeit zu beenden, deine Verwirrung zu beseitigen, all das verschwindet. Diese Hintergrund der Präsenz, dieser Hintergrund des Seins, der immer hier ist, wird mehr und mehr in deiner bewussten Aufmerksamkeit präsent sein. Du wirst dir darüber mehr und mehr wach bewusst sein.

So ist Selbst-Erforschung für jeden. Selbst-Erforschung ist für dich, für mich, und George Bush. Sie ist für jedermann. Niemandem ist die Möglichkeit verweigert, die Wahrheit dessen zu wissen was du bist, und es zu wissen, mit dem Irrglauben, dein Leben zu sein, aufgeräumt zu haben. Keiner ist davon ausgeschlossen. Gut oder böse, Heiliger oder Sünder, brillant oder nicht brillant, niemand ist davon ausgeschlossen. Es gibt keine Voraussetzung dafür, außer der Bereitschaft es zu versuchen, der Bereitschaft die Medizin zu nehmen. Es wird keine spirituelles Verständnis benötigt. Es werden keine spirituellen Verdienste benötigt. Keine vergangenen Leben werden benötigt. Keine Rechtschaffenheit wird benötigt. Einfach nur die Bereitschaft zu sehen was du bist, so oft du kannst, und dich dazu zu bringen, es zu tun. Nur das. Nichts mehr.

Ich wünschte ich könnte einen Weg finden es einfacher auszudrücken. Ich wünschte ich könnte einen Weg finden es so zu sagen, dass ich eine Anzeige in die Zeitung setzen könnte, und jeder, der die Zeitung liest, wüsste sofort von was ich spreche, und würde versuchen die Medizin zu nehmen. Es sollte so einfach sein, wirklich.

 

 

© 2007 John Sherman. Alle Rechte vorbehalten.

Übertragen ins Deutsche von Tobias Knittel.

 

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