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Die Kraft der Selbst-Erforschung |
Jede wahre spirituelle Lehre hat in ihrem Kern, die Erkenntnis, dass das einzige Problem ein falscher Glaube ist, von dem, was ich bin. Das wird vertuscht und verschichtet, erklärt und verstanden, und öfter vergessen als nicht, aber in dem Kern von allen wahren spirituellen Lehren, gibt die wirklich einfache Erkenntnis, dass die Quelle von aller Misere, Verwirrung, Aggression, Selbsthass, Selbstverrat und Leiden daher kommt, weil ich glaube etwas zu sein, was ich nicht bin. Ich glaube, dass ich die Geschichte von „mir“ bin, die sich ständig im Geist (mind) entwickelt. Die Tatsache ist, unsere Geschichte ist unser Geist. Es gibt nichts anderes im Geist, als die endlose Entfaltung der Geschichte von mir; was ich bin; was ich nicht bin; wie ich sein sollte; von meiner Vergangenheit; von dem, was ich brauche um recht zu haben; von dem, was ich brauche um mein Recht haben loszuwerden; von der Herkunft von den jetzt aufgekommenen Erfahrungen und was das für meine Geschichte bedeutet; von warum bin ich gut; warum schlecht; warum ich erwacht bin; warum ich nicht erwacht bin; warum ich da bin; warum ich nicht da bin. Da die Geschichte ganz von den Umständen, in welchen diese Erfahrungen geschehen, bedingt ist, kann sie nie stillstehen. Es gibt niemals eine Möglichkeit für mich in dieser Geschichte eine Antwort über das zu finden, was die grundlegende Frage meiner Existenz ist: was bin ich? In frühen Jahren nimmt die Geschichte gewöhnlicherweise die Form von materiellem Sehnen nach Liebe, Vergnügen, Geld, Ruhm oder Macht an. Vielleicht passiert das nicht für alle, aber sicherlich für alle von uns hier. Da kommt eine Zeit, wenn die Geschichte sich verändert, und ich beginne zu sehen, dass für alle Mühe in der Welt, ich trotzdem nicht das bekommen habe, was ich wollte. Die Wahrheit ist, dass ich gar nicht weiss, was ich wirklich will, aber ich weiss, dass ich gescheitert bin, das zu bekommen, weil ich es immer noch will. Ich weiss, dass da immer noch etwas fehlt. Und die Eingebungen kommen zu mir, dass ich vielleicht am falschen Platz suche. Vielleicht muss ich in der spirituellen Welt für eine Lösung meines Problems suchen. So könnte ich dann religiös werden und Religion bietet mir etwas Trost und angenehme karthatische Erlebnisse, aber auch das geht daneben. Und dann höre ich vom Buddhismus, Advaita Vedanta oder Gita, und ich beschäftige mich damit. Und für die meisten von uns, ist das das Aüsserste, was wir erreichen können. Wir praktizieren Japa, Mantras, Vergegenwärtigungen, spirituelle Therapie; wir erhalten grosse Erfahrungen, wir gehen um Gurus zu sehen, wir erhalten riesige Erfahrungen von geöffneten Herzen, Bliss, Frieden, keinen Geist, keine Gedanken, Leere, Erfahrungen von Erleuchtung und ozeanisches Gewahrsein. Und wir bekommen diese Erfahrungen, und wir wissen, „das ist, was ich will. Das ist wovon sie alle sprechen. Das ist das, was ich behalten muss.“ Aber diese Erfahrungen haben etwas gemeinsam mit allen anderen Erfahrungen, die ich kenne: sie sind heute hier und gehen morgen. Und sie mögen so gewaltig und so angenehm sein, dass ich mich in sie verliebe und sie so sehr will. Ich erinnere mich an sie, und ich weiss, dass es Dinge gibt, die ich tun kann um sie zu erhalten. Ich hänge an diesen Dingen, und wenn sie nicht funktionieren, dann gehe ich weiter zum Nächsten um es zurückzuholen, um das beständig zu machen, was uns immer als absolut unbeständig gezeigt wurde. Und so endet dieses spirituelle Geschäft genauso wie alle anderen Angelegenheiten. Der neue Chef bleibt genauso wie der andere. Es bleibt mir nur noch das Wollen und das Nicht-Bekommen; Bekommen und Verlieren, und alles zurück haben wollen. Und irgendwo auf der Linie habe ich die Einfachheit von den fundamentalen spirituellen Erkenntnissen vergessen, die mich hier her gebracht haben. „Mein einziges Problem ist, dass ich glaube, die Geschichte zu sein.“ Aber wenn dieser Glaube das einzige Problem ist, dann ist es ganz klar, dass die Lösung in nichts zu finden ist, die mit der Geschichte, die ich glaubte zu sein, zu tun hat, egal wie spirituell, egal wie schön, wunderbar und mystisch sie zu sein scheint. Ganz klar, wenn das Problem ist, dass ich falscher weise glaube, das ich die Geschichte bin, dann ist die Lösung sehr einfach, und es kann nichts anderes sein, als die Wahrheit von dem zu finden, was ich bin; bewusst wissen, über den Schatten von Zweifel hinaus, was meine eigentliche Natur ist. Wie schwer kann das sein? Wir machen viel Lärm darum, aber wie schwer kann das sein? Hier bin ich. Ich bin nie nicht da. Erfahrungen kommen und gehen, Bewusstsein kommt und geht, aber ich bin nie abwesend. Ich habe mich nie verändert, nicht im geringsten. Ich wurde nie von irgendeiner Erfahrung, die in mir kommt und geht, angefasst, betroffen, verbessert oder herabgesetzt. Ich bin immer gleich bleibend. Ich bin so beständig und niemals abwesend, dass ich so tief, fundamental gewöhnlich bin. Ich bin die Essenz von Einfachheit, welcher der Grund ist, warum ich mich ständig übersehe. Wenn es wahr ist, dass mein einziges Problem der falsche Glaube, von dem ich bin, ist, was muss man tun, um diesen loszuwerden? Sicherlich kann der falsche Glaube nicht ausradiert werden, indem man ihn durch einen neuen Glauben ersetzt, von dem was man ist, — Gott-Bewusstheit, Bewusstheit, Buddha-Geist, das Licht der Liebe oder irgendeinen anderen Glauben von dem, was ich bin, egal wie wunderbar der Glaube auch sein mag. Die Kraft des Angebots von Ramana Maharshi ist die absolute Einfachheit und immer präsente Realität von Selbst-Erforschung. Du brauchst nur für einen Moment alle deine Praktiken sein lassen, und zu schmecken, wie es sich anfühlt. Du brauchst nicht alle gegenwärtigen Praktiken aufzulösen; sie können dir nicht schaden. Du brauchst sie nicht zu transformieren, zu verändern, oder überhaupt irgendwas mit ihnen zu tun; nur für einen Moment deine Aufmerksamkeit von ihnen abwenden und stattdessen zu sehen und schauen, wie es sich anfühlt zu sein; nur das schmecken, was sich niemals bewegt und verändert hat; dieses ich weiss, über den Schatten von Zweifel hinaus, dass ich hier bin. Die Gewissheit, die immer hier ist und immer übersehen wird. Wenn wir von der absoluten einfachen Praktik von Selbst-Erforschung hören, ist unsere Erwartung, dass wenn wir in diesen Moment schauen, und sehen, wie es sich anfühlt zu sein, dass das der magische Trick ist, der alles auswischt, weil ich nur in meiner Geschichte, eine Bestätigung über meinen Zustand bekommen kann. So, wenn ich zu spirituellen Treffen komme, ist meine Erwartung, dass ich etwas erhalten werde, was einzig und für immer eine Ende der Blödheit meiner Geschichte bringt; das eine Ende meiner Ignoranz oder der Ignoranz, dass es ein wichtiges Teil von der Geschichte ist, die über mich läuft. Ich sage mir, „Ja, ich sehe. Ja, ich bin hier. Ah! Ich bin hier. Okay. Nun, bin ich erwacht? Bin ich nun erleuchtet? Ist meine Geschichte vernichtet? Gibt es meinen Geist nicht mehr? Ist Gedanke verschwunden? Nein. Gut, dann müssen wir wohl woanders schauen.“ Da ist aber eine Sache: die Geschichte von mir hat keinen Sinn. Die Praktiken, die ich eingegangen bin, um mich zu verbessern und um etwas für die Geschichte von mir zu tun, haben auch keinen Sinn. Nichts, was immer ich versucht habe, hatte irgendeinen Effekt an der Geschichte, die sich entwickelt. So, alle meine Praktiken – religiöse, spirituelle oder weltliche Praktiken — haben keine Konsequenzen. Das Angebot von Selbst-Erforschung hat nichts mit dem Sagen zu tun: „Okay, das ist das Wahre. Nun musst du alle deine Praktiken stoppen. Das ist das einzige Wahre, was du glauben kannst. Nun musst du aufhören alles andere zu glauben.“ Das Angebot der Selbst-Erforschung ist einfach, direkt, in diesem Moment, in jedem Moment, die Möglichkeit die gewisse Erkenntnis von meiner eigenen Natur, die immer hier ist, zu sehen. Und indem du das tust, radierst du stufenweise den falschen Glauben deiner Geschichte, von dem, was du bist, aus. Stufenweise. So, was ich dich bitte zu tun ist dies: versuche nicht irgendetwas, was du tust anzuhalten, versuche nicht deine spirituelle Praktiken oder weltliche Praktiken wegzuschmeissen. Wann immer es möglich ist, wann immer du daran denkst, inmitten deiner anderen Praktiken, halte für einen Moment an und sieh nach, Was ist die Basis für deine absolute Gewissheit, die immer anwesend in dir ist, das du bist? Mache nur das, wann immer es dir einfällt, wiederholend. Was Ramana von dieser Praktik sagt, ist, dass wenn du das tust, wird alles gut werden. Er sagt nicht, dass wenn du das tust, dass du dann erleuchtet wirst. Du bist bereits wach. Du warst niemals nicht wach, nicht für eine Nanosekunde. Du hast keine Idee davon, was ich meine, aber wenn du lediglich das tust, dich schmecken, wann immer es dir einfällt, wird alles gut werden. Alles wird leicht. Die wirkliche Natur, der Geschmack des individuellen Bewusstseins, welches nur aus der endlosen entfaltenden Geschichte von mir besteht, wird stufenweise von der heraufkommenden Flut der Bewusstwerdung umgewandelt, die von der Ausradierung des falschen Glaubens herkommt. Die Geschichte verändert sich, so wie Geschichten das machen. Aber es ist nicht, dass es sich verändert und plötzlich kommt Sankt John anstatt von dem Insassen John. Es ist nicht, dass es sich verändert und plötzlich wird es Gott-Bewusstheit anstatt der gewöhnlichen, täglichen Geschichte von mir, und was mit mir los ist, und was ich brauche und was ich haben sollte und so weiter. Die Veränderung ist viel grundlegender und subtiler als das. Die Veränderung kommt mit dem Verlust der Idee, dass irgendwas was auch immer im Geist (mind) geschieht, irgendeine Bedeutung hat; das irgendwas mich verletzen, mir helfen, mich verändern oder irgendetwas bewirken kann. Ich habe gesehen, dass ich nicht das bin, was ich denke zu sein, und das ich permanent bin, nie abwesend, nie verändert. Und dann sehe ich, dass dieses Leben, welche die Geschichte von mir ist, immer süss und leicht ist und immer gewesen ist, egal was sein Inhalt ist, egal welche Form, Farbe, Intelligenz, Blödheit, Härte oder Weichheit es hat. Dieses Leben ist suess, es war immer schon so. Und das ist meine Erfahrung und die Erfahrung von vielen, mit denen ich über die Konsequenzen dieser Selbst-Erforschung gesprochen habe. Es ist nicht etwas, was du sogar für eine Weile bemerken wirst. Es ist ein subtiles Dämmern der Entzückung; das Dämmern von dem Wachsen, unsichtbare Erkenntnis innerhalb des Ego-Verstandes von seiner tatsächlichen Natur, seiner Quelle. Unausgesprochen, unbestimmt, undefinierbar, nur das Wissen, nur die bewusste Bewusstheit von dieser immer gegenwärtigen Erkenntnis; das ist, was wächst. So, alles, was ich sagen zu sagen habe, ist dies: Wer bist du wirklich? Was bist du wirklich? Was ist deine tatsächliche Beschaffenheit, in welcher jede Geschichte, jedes Leiden und Horror erscheinen? Was bist du? Und ich weise immer wieder darauf hin, so oft ich die Gelegenheit dazu habe, das es sehr einfach zu erkennen ist , was du bist, weil du es bereits weisst. Weil du immer hier bist, ist es lächerlich einfach. Es braucht keine Gebrauchsanweisungen. Es braucht keine Erkenntnisse. Es braucht nichts.
© 2006 John Sherman. Alle Rechte vorbehalten. Übertragen ins Deutsche von Birgit Marion.
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| Worldwide Meeting - November 1, 2008 There is no point in making an effort to establish a connection between the spiritual terminology and the reality that you already see. Once you enter the vichara consciously, in time, you simply lose interest in all of that. No matter how true and inspiring the spiritual and religious discourse may have been, it has not done you much good. There are many things that can provide you with some passing comfort and clarity, but none of them works to put an end to the idea that life is suffering, and that you are in danger here. The only thing that works is to look at you -- ordinary, everyday you. |
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